Korrekthur

Korrekturen und Lektorat für Texte aller Art

   Sep 16

Die Geschichte der Rechtschreibreform

Es ist noch keine 150 Jahre her, als die deutsche Sprache durch Dialekte und regionale Färbungen einem bunt gewürfelten Haufen entsprach. Besonders in der Schriftsprache wurde dies deutlich. Einheitliche Schreibweisen waren den Menschen noch fremd. Jeder schrieb so, wie seine Zunge es ihm vorgab. In Preußen gab es zwar verbindliche Regeln für den Schulunterricht. Doch nicht für jeden war es möglich, die Schreibweise einzelner Wörter aus diesen Regeln herzuleiten. Ohne Stichwortverzeichnisse blieb die Rechtschreibung für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Die ab dem Jahr 1855 erscheinenden Regelwerke in den verschiedenen deutschsprachigen Staaten zeigten aber ein wachsendes Bewusstsein für die Wichtigkeit einer umfassenden und verbindlichen Regulierung der Rechtschreibregeln.

Im Jahr 1880 kam dann Konrad Duden mit dem ersten erfolgreichen Wörterbuch der deutschen Sprache. Das Werk konnte sich mit seinen 27 000 Stichwörtern im Deutschen Kaiserreich und in der Schweiz als verbindliches Nachschlagewerk durchsetzen. Ab 1892 wurde dieser Urduden in der Schweiz sogar zur verbindlichen Regel zur Orthografie. Aufgrund dieser großen Bedeutung des Dudens wurde Konrad Duden auch im Jahr 1901 zur zweiten Orthografischen Konferenz nach Berlin eingeladen. In dieser Konferenz schufen die Beteiligten ein einheitliches Regelwerk, welches im Wesentlichen das preußische Schulregelwerk und das Stichwortverzeichnis von Konrad Duden bestätigte.

Die Vereinheitlichung der Rechtschreibung

In den folgenden Jahren arbeitete Duden daran, die Stichwortverzeichnisse soweit zu vereinheitlichen, dass im Druck weniger unterschiedliche Varianten zulässig waren. Gleiche Worte sollten nach Möglichkeit immer gleich geschrieben werden. Die Experten rund um Duden erkannten richtig, dass dies nicht nur die Lesbarkeit von Texten verbessern würde, sondern auch das Lernen der richtigen Schreibweise erleichtern könne. Auch eine einheitliche, dem deutschen Sprachgebrauch angepasste Schreibweise für Fremdwörter wurde in diesen Jahren erstmals eingeführt.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im gesamten deutschen Sprachraum erhalten werden. Der in Leipzig ansässige Verlag Brockhaus behielt das Recht, neue Wortverzeichnisse aufgrund der vereinbarten Regeln herauszubringen. Andere Verlage in Westdeutschland, Österreich und der Schweiz erhielten ein Nachdruckrecht. Der westdeutsche Dudenverlag ging jedoch bald dazu über, im Wortverzeichnis eigene Schwerpunkte zu setzen. Viele sozialistische Begriffe, die in Ostdeutschland genutzt wurden, waren in den westdeutschen Ausgaben nicht zu finden. Stattdessen wurden hier übliche Worte ins Verzeichnis übernommen. Da Konkurrenzverlage in einigen Fällen mit abweichenden Schreibweisen das Monopol des Dudens aufheben wollten, erklärten die Kultusminister der westdeutschen Bundesländer den Duden im Jahr 1955 für verbindlich. Alle Schulen und Behörden mussten sich nun am Duden orientieren.

Dennoch ergab sich wieder eine leichte Auseinanderentwicklung der Rechtschreibung. Auch wenn die Leipziger Dudenredaktion lange Zeit versuchte, durch möglichst unpolitische Stichwortverzeichnisse eine einheitliche Schreibweise für alle deutschsprachigen Länder zu erreichen, driftete die Rechtschreibung wieder ein wenig auseinander. Dank weiterhin verbindlicher Regeln war diese Entwicklung jedoch vor allem an der Aufnahme neuer Wörter zu erkennen. Worte aus der Jugendsprache fanden nur im Westen Aufnahme in den Duden. Im Osten dagegen machte sich ab den sechziger Jahren eine zunehmende Politisierung der Sprache bemerkbar.

Einleitung der Einheit

Schon vor der deutschen Wiedervereinigung begannen die Bemühungen, die erneuten Abweichungen in der Rechtschreibung durch eine Reform auszugleichen. Schon 1987 wurden erste Kommissionen ins Leben gerufen, welche ein einheitliches und einfacher verständliches Regelwerk schaffen sollten. In den ersten Vorschlägen ging die Reform teilweise erstaunlich weit. So wurde zum Beispiel auch die durchgehende Kleinschreibung von Substantiven heftig diskutiert. Die erste verbindliche Rechtschreibreform im deutschen Sprachraum richtete sich dann nach einem im Jahr 1995 vorgelegten Vorschlag.

Die erste Rechtschreibreform

Diese Vorschläge wurden am 1.7.1996 von den politischen Vertretern acht deutschsprachiger Staaten angenommen und für verbindlich erklärt. Doch die Vorschläge fanden nicht im gesamten Sprachraum Anerkennung. Zahlreiche Schriftsteller und Publizisten wehrten sich gegen die Reform, da die neuen Regeln teilweise zu viel und an anderer Stelle zu wenig Veränderung boten. Selbst das Bundesverfassungsgericht musste sich mit der Rechtschreibreform befassen. Die Eltern einiger Schulkinder versuchten, gegen die Reform zu klagen, was jedoch in letzter Instanz abgewiesen wurde. Die Richter beschlossen, dass eine veränderte Rechtschreibung nicht die Rechte der Kinder und Eltern verletzen würde. Im Jahr 1998 trat die Reform offiziell in Kraft. In Schulen und Behörden sollte fortan nach den neuen Regeln geschrieben werden. Schuljahrgänge kurz vor dem Schulabschluss mussten nun schnell die neuen Regeln lernen, um die Abschlussprüfungen fehlerfrei ablegen zu können. Doch der Kampf um die Regeln war noch nicht ausgefochten. Im Jahr 2000 kehrte die Frankfurter Allgemeine Zeitung nach einjähriger Probephase wieder zur alten Rechtschreibung zurück. Im Jahr 2002 folgte durch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ein erster Kompromissvorschlag, der die Unzulänglichkeiten der ersten Reform ausgleichen sollte. Doch noch im Frühjahr 2004 wurde dieser Kompromiss aufgrund der Empfehlungen der zwischenstaatlichen Kommission ausgeschlagen. Dennoch beschlossen die Kultusminister im Juni des Jahres, die Kommission durch einen Rechtschreibrat zu ersetzen, der ausdrücklich auch mit Kritikern der Reform besetzt sein sollte. Um der Kritik mehr Nachdruck zu verleihen, kündigte im August auch der Axel Springer Verlag eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung an. Am 17.12.2004 wurde dann der Rechtschreibrat gegründet, dessen erste Aufgabe es war, einen akzeptablen Kompromiss zu finden, der sowohl die Bedürfnisse der Schüler als auch der Autoren und Publizisten berücksichtigte. Es folgten wichtige Veränderungen besonders in den Bereichen der Getrennt- und Zusammenschreibung, der Zeichensetzung, der Groß- und Kleinschreibung sowie der Worttrennung am Zeilenende. Im Jahr 2006 wurde diese überarbeitete Rechtschreibreform im gesamten deutschen Sprachraum verbindlich. Um in den Schulen nicht wieder ein ähnliches Problem wie im Jahr 1998 auszulösen, galten offizielle Schonfristen, innerhalb derer die Schreibweise nach der ersten Reform nicht als Fehler gewertet wurde. Seither obliegt dem Rechtschreibrat eine Beobachtungsfunktion. Wie vormals die Dudenredaktion prüft er den üblichen Sprachgebrauch und erarbeitet falls notwendig neue Vorschläge zu einer Regelerneuerung. Kleinere Veränderungen, vornehmlich die Schreibweise innerhalb der Stichwortverzeichnisse, darf der Rechtschreibrat eigenmächtig vornehmen. Somit ist sichergestellt, dass Wortneuschöpfungen oder Bedeutungsverschiebungen zeitnah und komplikationsfrei in die amtlichen Wörterverzeichnisse aufgenommen werden können.

Der Umgang mit der deutschen Rechtschreibung

Gerade die Schülerjahrgänge, die zwischen 1998 und 2006 unterrichtet wurden, sind durch die zahlreichen Reformen und Reform-Reformen in Bezug auf die Rechtschreibung oft nicht sehr sicher. Dennoch ist die im Jahr 2006 eingeführte Rechtschreibung für alle gleichermaßen verbindlich. Problematisch kann dies für junge Studenten sein, welche schon im ersten Semester Arbeiten abliefern müssen, welche für die Abschlussnote relevant sind. Sinnvoll ist daher jederzeit ein professionelles Lektorat, welches die Sicherheit bietet, einen orthografisch korrekten Text abzuliefern. Unsicherheiten in der Rechtschreibung fallen somit nicht unangenehm auf und der Dozent kann seine ganze Aufmerksamkeit dem Inhalt der Arbeit widmen.


   Mar 04

Nutzen der Rechtschreibung

Es ist noch gar nicht so lange her, als Rechtschreibung noch für viele Menschen ein Fremdwort war. Jeder schrieb einfach „wie ihm der Schnabel gewachsen war“. In alten Texten sind daher recht häufig ziemlich abenteuerliche Schreibweisen zu bewundern, die oft nur zu verstehen sind, wenn man die Buchstabenfolgen laut ausspricht. Eine einheitliche Schreibweise wurde aber bald erforderlich, um eine Verständigung auch über Regionsgrenzen hinweg zu vereinfachen. Bei der deutschen Rechtschreibung wurde auch definiert, welche Ausdrucksweisen dem Hochdeutschen und damit der offiziellen Amtssprache entsprechen und welche nicht. Es wurde also nicht einfach geregelt, ob ein Wort mit i oder mit y geschrieben wurde. Auch die deutsche Grammatik wurde erstmals festgehalten.

Seither sind die korrekte Ausdrucksweise und eine fehlerfreie Rechtschreibung zu einem wichtigen Werkzeug geworden. Nicht nur in der Wissenschaft, auch in vielen anderen Bereichen zeugt eine korrekte Schreibweise davon, dass jemand sich mit dem behandelten Thema sorgfältig auseinandergesetzt hat. Eine fehlerfreie Ausdrucksweise gilt zurecht auch als Ausdruck von Respekt seinem Leser gegenüber. Ein Autor, der sich nicht die Zeit nimmt, seine Texte auf Rechtschreibung zu überprüfen, beweist damit, dass ihm unwichtig ist, wie gut der Leser das Geschriebene erfassen und aufnehmen kann. Eine solche Einstellung in einer wissenschaftlichen Arbeit wäre zurecht ein Grund, den Text zurückzuweisen. Flüchtigkeitsfehler in einem journalistischen Bericht lassen eine solche Flüchtigkeit auch in der Recherche befürchten. Unleserliche Beiträge in einem Forum lassen den Leser vermuten, dass der Text nicht wichtig genug ist, ihn wahrzunehmen.

Dabei ist inzwischen eine einheitliche Schreibweise wichtiger denn je. Wer nach bestimmten Themen sucht, benutzt hierfür Suchmaschinen und Datenbanken. Da die Programme den Kontext einer Suche unmöglich verstehen können, führt ein Schreibfehler zu fehlerhaften Suchergebnissen. Texte, die Fehler enthalten, werden bei den entsprechenden Suchen nicht aufgeführt. Wer bei der Suche fehlerhafte Wörter eingibt, findet Texte, die ohne Sorgfalt bearbeitet wurden. Wer wirklich etwas zu sagen hat, tut daher gut daran, seine Texte auf Rechtschreibung und Grammatik hin zu überprüfen. Ein professionelles Korrektorat kann bei dieser Aufgabe helfen. Schließlich sind nach mehreren Rechtschreibreformen die Regeln nicht mehr für jeden so einfach zu überblicken.


   Nov 08

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Die deutsche Sprache ist mitunter so komplex, dass selbst Muttersprachler nicht alle Regeln kennen. Gerade wenn es um eine korrekte Schriftsprache geht, zeigen sich bei fast allen Menschen einige Mängel. Dabei kann es um die korrekte Verwendung der Fälle oder auch um die Setzung der Kommata gehen.

Im privaten Gebrauch stellen diese geringen Unkenntnisse meist kein Problem dar. Doch wenn wissenschaftliche Hausarbeiten oder wichtige Bewerbungsschreiben mit Fehlern in Rechtschreibung, Zeichensetzung oder Grammatik abgegeben werden, hinterlassen diese einen schlechten Eindruck.

Nach dem altbekannten Prinzip, dass vier Augen mehr sehen als zwei, lassen daher die meisten Studenten bereits ihre Hausarbeiten von Kommilitonen überprüfen. Doch wie sicher sind die anderen in den orthografischen Regeln? Nach unzähligen Rechtschreibreformen sind Unsicherheiten über die Schreibung zahlreicher Worte an der Tagesordnung. Während umgangssprachlich klingende Pluralformen wie “Ananasse” inzwischen als korrekt anerkannt werden, führen althergebrachte Regeln neuerdings zu Fehlern.

Eine effektive Überprüfung einer wissenschaftlichen Arbeit durch ein professionelles Lektorat kann daher einige Unklarheiten beseitigen. Die fehlerfreie Arbeit kann letztendlich zu einer besseren Benotung führen. Fehlerfreie Bewerbungsschreiben sind der einzige Weg zu einer neuen Arbeitsstelle.